Pally66 - Meine Gedichte.

gereimtes & ungereimtes
 
 

Der Eierkocher, das Frühstücksei und ich

- Eine kleine Episode -

Sonntagmorgen.
Gemütlich sitze ich am gedeckten Frühstückstisch. Duftende, frisch aufgebackene Brötchen,
Marmelade, etwas Aufschnitte, stehen zum Verzehr bereit. Auch der Kaffee wartet schon darauf, getrunken zu werden.
Es fehlt nur noch das Frühstücksei. Aber das brutzelt bereits im Eierkocher. Das Wasser sprudelt und gurgelt so vor sich hin und mittendrin mein braunes Hühnerei. Ein paar Minuten muss ich meinen Appetit wohl noch zügeln. Kann ja nicht mehr lange dauern. Geduldig warte ich.

Plötzlich verspüre ich einen heftigen Niesreiz in meiner Nase, der sich dann ein paar mal lautstark meiner entledigt. Zeitgleich hebt und senkt sich die Haube des Eierkochers. Sind da geheimnisvolle Mächte am Werk, schießt es mir durch den Kopf, oder ist es nur Zufall? Gebannt schaue ich auf den Kocher.Es dampft und brodelt. Vielleicht möchte das Ei nicht gegessen werden, und protestiert!? Oder will mir das Gerät selbst etwas mitteilen? Eine geheime Botschaft? Kann ich sie nur nicht deuten? Es kommt mir wie ein Zwiegespräch zwischen mir und dem Eierkocher vor. Kann es so was geben.........................?

Das Schrillen der Zeitschaltuhr reißt mich aus meinen, doch etwas abwegigen, Gedanken.
Mein Frühstücksei ist fertig und mundet vorzüglich.

 

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Träumen ........


Blutrot versinkt die Sonne
am Lago Maggiore,
in der kleinen Taverne
am Strand,
ein Tisch,
gedeckt,
nur für uns zwei;
der Musikus spielt
ein Lied von Amore;
gedämpftes Licht,
Kerzenschein,
tausend Sterne schimmern
über uns
und der Mond in Sicht,
im Glase funkelt roter Wein,
geheimnisvolles Knistern
erfüllt den Raum.
Dann wach ich auf:

ES WAR NUR EIN TRAUM !

6 Kommentare 13.4.19 19:28, kommentieren

Auf der Bank

Zwei auf einer Bank ,
weißes Haar,
Fältchen eines
erfüllten Lebens
zieren die Gesichter.

Den Arm
liebevoll um sie gelegt,
sie schauen in die
untergehende Sonne,
genießen die letzten
warmen Sonnenstrahlen,
manchmal sehen
sie sich an,
reden kein Wort,
sie verstehen sich,
auch ohne Worte.

Kühler Wind
läßt den Abend erahnen;
er hilft ihr aufzustehen,
reicht ihr den Gehstock,
er trägt ihre Handtasche,
vertraut hängt sie sich
bei ihm ein.

Am Wegesrand
entdeckt er ein Blümchen,
pflückt es,
schenkt es ihr
mit den Worten:
Weißt du noch?

 

 

 

 

 

 


2 Kommentare 12.4.19 19:48, kommentieren

k ä m p f e n

 

Menschen kämpfen

immer um das

H e u t e ,

meistens,

um besser leben zu können;

oder um das

G e s t e r n ,

um es so zu haben,

wie es einmal war.

6 Kommentare 8.4.19 19:27, kommentieren

Der Fleck

Die Straße,
vom Regen naß,
glänzend,
nun kommt er wieder
zum Vorschein:
der große, unbekannte

F l e c k,

noch auffälliger
als vorher,
aber alle
vorbei eilenden Füße,
die rußgeschwängerten Winde,
überziehen ihn wieder
mit einem Schmutzfilm,
um ihn wieder
in der Straße
verschwinden zu lassen.

2 Kommentare 25.3.19 17:33, kommentieren

Düstere Stimmung

Ich schaue aus dem Fenster:

unter mir
die Welt schwarz,
dann dunkelblau,
dann grün;

der Morgen kriecht
langsam über Wiesen
und Felder;

Nebel,
fahl und weiß,
steigt empor;

ich spüre
leichten Sprühregen,
der heftiger wird,
prasselt auf meinen Kopf,
gnadenlos,
wie alte Sünden,
dicke Wassertropfen
laufen über mein Gesicht;

die Himmelstränen versiegen,
der Sonnenaufgang.................,

doch seine Schönheit
kann mich kaum aufmuntern.

 

 

 

3 Kommentare 20.3.19 18:56, kommentieren

Lesestunde

Ich war noch jung an Jahren,
vielleicht so um die vier,
im Lesen noch sehr unerfahren,
doch Oma schenkte mir ein Buch,
ein Buch ganz aus Papier.

Bunte Bilder zierten die Seiten,
wir beide träumten dann
von unendlichen Weiten,
auf jeder Seite: Buchstaben,
so schwarz wie die Nacht,
doch Oma hat`s nichts ausgemacht.

Geschichten, lustig und auch traurig,
manche richtig gruselig, schaurig,
sie las mir alles vor,
ich war begeistert
und ganz Ohr.

Es gab kein Tablet,
Siri oder Smartphon,
aus ihrem Munde schalt der Ton,
so angenehm und weich,
einem Engel gleich.

Oma lebt schon lang nicht mehr,
doch Bücher lieb ich um so mehr.

4 Kommentare 16.3.19 19:29, kommentieren

Leuchten


Gehst du fort,
umgibt mich Finsternis,

stehst du vor mir,
erhellt ein Sonnenstrahl
den Raum,

der helle Schein
auf deinem Antlitz,
ein Leuchten deiner Seele.

4 Kommentare 9.3.19 17:54, kommentieren

Frühling kommt auf leisen Sohlen


Hinter den Dächern
die blasse Wintersonne untergeht,
doch in den Gärten und Parks
der Frühling schon Einzug hält.

Bäume und Sträucher
entlang der Uferwege
knospend zum Leben erwachen,
Blätter entfalten sich zaghaft,
Vögel zwitschern schon laut,
wecken mich am Morgen
bei Tagesanbruch;
am Wegesrand
Osterglocken sprießen,
einige sind erblüht,
ihre trompetenförmigen
leuchtend gelben Blüten
scheinen Freude und Hoffnung
in die Welt
hinauszuposaunen.

Drinnen erhellt
das Kaminfeuer
den Raum,
während das Tageslicht
immer schwächer wird.

 

 

 

 

1 Kommentar 4.3.19 18:51, kommentieren

M o l l y

Im Hinterhaus, gegenüber unserer Wohnung, da wohnte sie: unsere Molly. Sie war eine betagte ältere Dame, nicht extravagant aber adrett gekleidet und meistens in dunklen Farbtönen. Das einzige, was an ihr auffiel, waren ihre schneeweißen Haare, zu Löckchen gedreht.
Molly, wir Kinder nannten sie so, weil sie eine nicht gerade schlanke Figur hatte, wohnte in der untersten Etage. Sie war nicht mehr so gut zu Fuß und das Treppensteigen fiel ihr sichtlich schwer. Traf man sie, hatte sie immer ein paar freundliche Worte. Manchmal huschte ein verschmitztes Lächeln über ihre Lippen und ihre Augen versprühten einen jugendlichen Glanz.
Uns Kindern schenkte sie so dann und wann einige Bonbons oder Schokolade. Hin und wieder auch ein paar selbstgebackene Kekse, die wir dann genußvoll verspeisten. Als Dank dafür , versuchten wir nach Möglichkeit leise zu spielen, was uns natürlich selten gelang. Aber Molly sah es gelassen; nahm es mit Humor. Mit einem Augenzwinkern meinte sie nur, dass die Nacht lang genug zum Schlafen wäre, da brauchte man den Tag nicht dazu. Leider teilten nicht alle Hausbewohner diese Ansicht.
Von Zeit zu Zeit saß Molly nur am Fenster, blickte gedankenverloren zu uns in den Hof und beobachtete unser spielerisches Treiben. Winkten wir ihr zu, winkte sie lächelnd zurück. Ihre gütigen Augen hatten trotzdem alles im Blick.
Fast jeden Mittag, wenn wir aus der Schule kamen, sahen wir Molly im Nebenhaus beim Treppefegen. Diese Treppe, bestehend aus drei Steinstufen, war das Einzige, was noch erhalten geblieben war, denn das übrige Gebäude war nur noch eine Ruine aus vergangenen Zeiten. Uns Kindern hatte man schon verboten, dort zu spielen, wegen der Einsturzgefahr. Obwohl es uns doch immer wieder reitzte, uns dort zu verstecken. Molly aber fegte behaarlich jeden Mittag diese Treppe. Warum sie das tat, war uns schleierhaft. Wir mochten auch nicht nachfragen. Stattdessen machten wir uns lustig über sie, neckten sie und trieben unsere Späße.
Später erfuhren wir, dass sich in diesem Haus, in dem Molly vor vielen Jahren als Hausmädchen gearbeitet hat, eine grausame Tragödie ereignet hat. Sie muß es wohl hautnah mit angesehen haben, sodass sie dieses Ereigniss nie so richtig verarbeiten konnte. Denn in ihren Gedanken war sie immer noch dort beschäftigt.
Eines Nachmittags, als wir wieder im Hof spielten und befürchteten, daß wir zu laut sein könnten, vermißten wir unseren einzigen Zuschauer. Erst am Abend hörten wir von den Eltern, dass die alte Dame heute morgen von einem Notarztwagen abgeholt wurde. Tränen stiegen uns in die Augen: unsere Molly - fort . Man munkelte, dass sie wohl nie wieder käme.
Tatsächlich sahen wir Molly nie wieder.

 

 

 


3 Kommentare 25.2.19 19:21, kommentieren

Zwischen Traum und Wirklichkeit

Dunkelheit umgibt mich.
Mir ist schwindelig;
wie auf einem Schiff
bei stürmischer See.
Der Mond malt
bewegte Bilder an die Wand.
Ich fühle mich beobachtet.

Schwarze Bestien,
gesichtslose Schatten,
die mit Krallen
nach mir greifen.
Feinde lauern
in allen Ecken,
die plötzlich aus
der Dunkelheit springen,
versuchen,
mich zu verschlingen.
Weiche aus,
schlage um mich.
Sie geben nicht auf.
Ich renne,
renne um mein Leben.

Die Verfolger verblassen.
Ich schlage die Augen auf:
Sonnenstrahlen zwängen
sich durch die Vorhänge.

 

 

 


1 Kommentar 22.2.19 19:30, kommentieren

Aus den Augen, aus dem Sinn

Sie sitzt mir gegenüber,
blondes Haar,
schlanke Figur,
das Blau des
selbstgestrickten Pullis
passt zur Farbe ihrer Augen.
Süß und intelligent sieht sie aus!

Ihr Blick schweift in die Runde,
sie taxiert die Mitfahrenden.
Sucht sie jemanden?
Oder beobachtet sie nur?
Was sie jetzt wohl denkt?

Ihr Blick senkt sich,
sie holt ein Buch aus der Tasche,
ein dickes,
die Hälfte der Buchseiten
hat sie schon gelesen;
sie vertieft sich in die Zeilen,
hin und wieder ein Schmunzeln,
manchmal blickt sie auf,
lauscht der Lautsprecheransage,
schenkt mir ein verstohlenes Lächeln,
schaut dann wieder ins Buch.

Wo sie wohl hinfährt?
Nach Hause?
Zum Rendevouz?
Wieviel Stationen wir
noch zusammen fahren werden?

Sie klappt das Buch zu,
läßt es wieder in ihrer
Tasche verschwinden.
Steht auf,
geht zur Tür.
Schade!
Meine Augen folgen ihr,
aber sie merkt es nicht.
Warum sollte sie.........
Bahn - Stopp .
Sie steigt aus,
und mit ihr meine Träume.

Ich aber fahre weiter,
bis zur Endstation.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



2 Kommentare 11.2.19 18:33, kommentieren

Ein Freund

Hellwach und glasklar
seine Augen,
Verschmitztheit blitzt
aus den Augenwinkeln,
blicken voller Neugier
in die Welt,
doch zahllose Spuren
in seinem Antlitz,
tief eingegraben
von Müh` und Leid,
sind beredter als Worte,
sprechen Bände,
werden eines Tages
vom Stolz besiegelt
in die Ewigkeit eingehen.

2 Kommentare 30.1.19 18:31, kommentieren

Tränen rinnen

 

T ränen

r innen,

ä ndern

n ichts,

e nden

n iemals.

 

2 Kommentare 20.1.19 11:44, kommentieren

W E M ?

Wohin führt mich mein Weg,
wenn du nicht mehr da bist?

Mit wem teile ich meine Gedanken,
wenn dein Mund verstummt?

In welches Blau der Augen soll ich mich versinken,
wenn du mich nicht mehr aniehst?

An wen soll ich noch denken,
wenn ich die vertrauten Schritte nicht mehr höre?

Wo bleibt der betörende Duft,
wenn du nicht mehr durch den Raum schreitest?

Wer wird mich zärtlich berühren,
wenn du in der Ferne bist?

Wem schenkst du dann dein bezaubernes Lächeln,
wenn nicht mir?

W e m ??

3 Kommentare 12.1.19 19:10, kommentieren

P h i l o s o p h i e


In dem kleinen Stadtcafe,

trank ich Kaffee

und auch Gin,

saß nur da,

döste vor mich hin,

an nichts denkend,

war mein Sinn;

keine Hektik,

keinen Stess,

wollt dem Alltag

mal entfliehen,

irgendwie,

das ist die gescheite

P h i l o s o p h i e.

3 Kommentare 2.1.19 17:52, kommentieren

Weihnachten

Liebe Freunde aus nah und fern,
ich wünsche Euch allen ein friedliches
und entspanntes Weihnachtsfest und
und einen feucht fröhlichen Start ins
neue Jahr!
Zum Abschluß in diesem Jahr noch einwenig
leichte Kost.


Hört ihr wie es schallt,
durch den weißen Winterwald,
Knecht Ruprecht mit der Peitsche knallt;
mit seinem Schlitten
vollbeladen,
sieht man ihn oft in diesen Tagen,
das Rentier schnaubt,
die Glöckchen klingen,
Engel singen,
Weihnachten ist bald.


In den Fenstern brennen Kerzen,
warm wird`s dann in allen Herzen,
von nah und fern,
kommt man dann Heim,
friedlich beieinander sein;
Mutter macht den Festtagsbraten,
Kinder können`s kaum erwarten,
wann ist`s endlich dann soweit,
diese schöne Weihnachtszeit.

 

Die Stube festlich ausgeschmückt,
jeder ist vom Glanz beglückt,
plötzlich wird es dann ganz leise,
es erklingt die Weihnachtsweise,
Knecht Ruprecht ist ganz nah,
Heiligabend ist jetzt da.

2 Kommentare 23.12.18 19:55, kommentieren

Schlaflose Nacht

Ich kann nicht schlafen,
bin aber müde,
möchte reden,
aber niemand ist da,
gehe hinaus in die Nacht,
die dunkle,
setze mich auf eine Parkbank,
wie jede Nacht,
allein.

In der Ferne Gelächter,
das näher kommt,
eine Truppe Nachtschwärmer,
sie lächeln mir zu,
ich kenne sie nicht,
erkenne sie aber trotzdem,
dann wieder Stille......,
ich hasse die Ruhe.....,
mag lieber den Lärm,
den Puls einer unruhigen Nacht.

Mit schlaftrunkenen Gedanken
erwarte ich den Tag,
die Nachtschicht
weicht der Frühschicht,
das Morgengrauen
dem hellen Tag,
die Stadt erwacht.

So ist mein Leben,
seit Jahren,
kenne nichts anderes,
das Licht des Tages
lässt mich mutlos werden,
erwarte sehnsüchtig
das Dunkel der Nacht,
m e i n e r schlaflosen Nacht.


5 Kommentare 15.12.18 15:58, kommentieren

Die Dunkelheit - ....


Letztes Licht verschwindet,
nachtblau der Himmel,
mit Sternen übersät;

vor der Morgendämmerung:
Stille der ersten Schatten,
Einsamkeit der Finsternis.

Die Dunkelheit - dein Freund!


2 Kommentare 5.12.18 17:19, kommentieren

Gedankenflugzeuge

Über Länder

und auch Meere,

sie fliegen ständig

hin und her,

überwinden Grenzen

und auch Mauern:

Gedankenflugzeuge

2 Kommentare 26.11.18 18:23, kommentieren