Pally66 - Meine Gedichte.

gereimtes & ungereimtes
 
 

......wie ein Blatt im Wind


Das Leben ist
wie ein Blatt im Wind:
flatterhaft;
zwischen all den anderen
grünen, frischen Blättern
schwingt es auf und ab,
tanzt im Reigen mit dem Wind,
trotzt Sturm und Regen
ein Leben lang.

Mit dem Herbst
tritt Ruhe ein,
er entzieht dem Blatt
die Kraft,
es wird grau und welk,
dem Herbstwind
kann es nur schwer widerstehen,
nur mit Mühe hält es sich
im Geäst,
bis der kalte Herbstwind
es endgültig zu Boden weht;
bleibt dort liegen
im ewigen Grab.

15.9.19 12:02, kommentieren

Tropfen, so weich wie Tränen

Sommerregen,
Tropfen, so weich wie Tränen
fallen auf ihr Gesicht,
Gitarrenklänge in der Ferne
streicheln ihr Gemüt,
Erinnerungen,
wie Splitter in ihrem Herzen,
ihre Seele in einem Meer
aus Hoffnungslosigkeit;

hoch oben im Baum
trällert eine Drossel
unbeschwert ihr Liedchen,
Zeuge des Geschehens
ist der klagende Wind,
der ständig ihre Namen seufzt,

einen Herzschlag lang,
sehen sie einander in die Augen:
seine Augen leuchten
wie das nächtliche Blau
des Meeres,
jeder versucht,
im Gesicht des anderen
eine Erinnerung an
das Gestern zu finden;
doch die Schatten bleiben,
sie bitten zum Tanz.

 

 

 

 

1 Kommentar 7.9.19 18:35, kommentieren

Kinderspiele

Früher spielte man mit Murmeln,
aus schillernd buntem Glas,
sie glänzten in der Sonne,
was war das für eine Wonne.

Sie kamen Edelsteinen gleich,
gewann man alle aus dem Pool,
war man erhaben
und auch reich.

Auch " Blinde Kuh "
war ein beliebtes Spiel,
man brauchte dafür
gar nicht viel:
mit einem Tuch
man band die Augen zu,
im Kreise sich drehen,
dann wieder steh`n,
den nächsten möglichst
schnell zu fangen,
war stets das große Ziel.

So dann und wann
kam auch Hinkelkasten dran:
man malte Kästchen
auf die Straße,
mal mit Kreide,
mal mit Stein ,
hüpfte dann auf einem Bein,
bis ins größte Kästchen rein,
war manchmal auch die Straße naß,
wir hatten unseren Spaß.

Es gab noch viele andere Spiele,
die heute längst vergessen sind,
dafür gibt`s jetzt Computer - Spiele,
mit wilder Schießerei,
und niemand denkt sich was dabei,
was damals einmal kindgerecht,
ist am PC nur noch brutal
und einfach schlecht.

 

 

 

 

 

 


1 Kommentar 2.9.19 19:57, kommentieren

Ein Augenblick der Stille

Wochen der Hitze sind vorüber,
die Luft beginnt nach Herbst zu duften,
Laub an den Bäumen verfärbt sich,
vom Fluß
kriecht der Morgendunst herauf,
ein Augenblick der Stille,
eins mit der Natur.

Die Strahlen
der aufgehenden Morgensonne
durchbrechen die Wolkenschlieren,
das bernsteinfarbene Licht
erscheint so alt,
als wollte es noch einmal allen zeigen,
wie gut es wärmen kann,
bevor es den ewigen Rivalen:
Nebel, Wind und Regen
weichen muß.

13.8.19 19:26, kommentieren

F A R B E N

Gehst du durch Feld und Flur,
mach` nur die Augen auf,
du siehst die Farben dieser Welt,
so schön ist die Natur.

Nicht immer ist sie bunt und hell,
manchmal grau und düster-schwarz,
das Leid, die Trauer und den Schmerz,
die Seele kann es sehen.

Drum mische sie mit meinen Farben,
die Hoffnungslosigkeit,
sie wird vergehen,
die Welt wird wieder bunt erstrahlen,
du wirst sehen.

2 Kommentare 8.8.19 18:38, kommentieren

Trägheit, Faulheit oder was??


Der Holzwurm knistert im Gebälk:
ich sollte es mal reparieren!
M o r g e n !

Im Garten, das Gras,
wächst höher als die Büsche:
Rasenmähen wäre angesagt!
M o r g e n !

Bücher stehen ungeordnet im Regal:
Aufräumen - kein schlechter
Gedanke!
M o r g e n !

Post stapelt sich auf dem Schreibtisch:
müsste beantwortet werden!
M o r g e n !

Alles zu seiner Zeit,
nur nicht h e u t e!

2 Kommentare 3.8.19 19:54, kommentieren

Schwalben

Heiße Winde rollen
wie Wellen über das Land,

Schwalben
drehen ihre Runden,

zeigen ihre
akrobatischen Flugkünste,

sie genießen
die glühende Hitze
der Mittagssonne,

über dem Teich
tanzen Mücken und Fliegen,
die wie eine Pestwolke
über dem dunklen
Wasser hängen,

für sie ein Festessen,

aufgeregt zwitschernd
fliegen sie hin und her,
um nach dem Essen
zufrieden und träumend
in den Dachtraufen zu verbringen:

und das für viele Stunden.


3 Kommentare 29.7.19 16:58, kommentieren

Seelenverwandt

Irgendwo da draußen,
da bist du,
ich kenn´ dich nicht,
ich weiß nicht
wer du bist,
aber es gibt dich,
und im Stillen
träumst auch du davon
dich auszusprechen.

Drum schreibe ich
ein paar Zeilen,
nur für dich,
schicke dir Sonnenstahlen,
die dich grüßen,
Sterne weisen dir
in der Nacht den Weg,
Regentropfen
sind Tränen nur von mir.

Ich vertraue dir
mein Wünsche, Träume,
Sehnsüchte an,
diese Freundschaft
engt nicht ein,
hat Verständnis
für das Nichtgesagte.

Vielleicht denkst du
ähnlich so wie ich,
und bist im Geheimen
ein Seelenverwandter
nur für mich.

 

 

15.7.19 17:31, kommentieren

Morgen ist auch noch ein Tag

Die Werkssirene schrillt.
Fließbänder halten an, Motoren stehen still.
F e i e r a b e n d !!

Nach einem anstrengenden Arbeitstag endlich die ersehnte Ruhe.
Jeder eilt dem Werktor entgegen.
Bald schon hat sich der Menschenstrom aufgelöst. Alle Kollegen, Kumpel
auf dem Heimweg.
Nur ich stehe noch da.
Ich kann mich nicht so recht entscheiden: gehe ich jetzt nach Hause oder
vielleicht doch lieber in die andere Richtung?
Wenn ich heimgehe, was erwartet mich dort? Eine zänkische Ehefrau,
die mich mit Lockenwicklern im Haar an der Haustür empfängt? Viele Fragen
stellt, auf die ich keine Antwort geben kann? Die mir irgendwelche Vorwürfe
macht, von denen ich nichts weiß?
Da gehe ich doch lieber in die entgegengesetzte Richtung. Vielleicht finde ich
irgendwo ein wenig Abwechslung und Zerstreuung.

Die Hände in den Hosentaschen vergraben, schlendere ich an Einkaufsläden
vorbei, schaue in dieses und jenes Schaufenster und bewundere die Dinge,
die für sündhaft teures Geld angeboten werden.Mein Weg führt mich immer
weiter weg von meinem Zuhause, so dass ich gar nicht bemerke, dass ich schon
im Vergnügungsviertel , mit all den Kneipen und Bars, angekommen bin. Aus
einigen der Gaststuben erschallt Musik und Gelächter.
Soll ich mich auch unter die fröhlich, grölende Menge mischen? Aber kann ich
mir das überhaupt leisten? Ein Feierabendbier? Nur ein ganz kleines?
Ich forsche tief in meinen Hosentaschen nach ein paar Silberlingen . Vergeblich!
Außer einigen Hosenknöpfen und einem benutzten Taschentuch ist nichts zu
finden. Schade!
Das Taschengeld bereits aufgebraucht, der nächste Lohn noch nicht in Sicht.
Jetzt hab' ich keine andere Wahl mehr. Folglich drehe ich um und begebe
mich, etwas enttäuscht und missmutig, auf den Heimweg.
Morgen ist ja auch noch ein Tag.

 

 

 


6.7.19 19:42, kommentieren

So bin ich eben

Viele gibt`s auf dieser Welt,
tun nur das,
was andere sagen,
niemals etwas Eigenes wagen,
schaffen,
weil`s dem anderen gefällt.

Ich bin da ganz anders!
Mache das,
was ich nur will,
und nicht das,
was man oft soll,
zieh` auf mich so manchen Groll.

Freiheit ist für mich sehr wichtig,
und das finde ich auch richtig,
denn Zwänge sind
nicht immer toll.

Ich bin halt anders
als die anderen,
doch muss man
mit der Herde wandern?

Ich möcht` nicht anders leben:
so bin ich eben!

 

 

 

3 Kommentare 2.7.19 18:39, kommentieren

Ein Lächeln

Ein Lächeln
braucht gar keine Worte,
ein Lächeln
geht von Ort zu Ort,
es überwindet
Kühle und Distanz,
öffnet Geist und den Verstand.

Eilen Menschen
auch an dir vorbei,
blicken grimmig,
böse, mies,
schenke ihn`n ein Lächeln
im Vorübergehen,
es kostet nichts,
doch jedes Eis
ganz schnell zerbricht.

2 Kommentare 25.6.19 19:15, kommentieren

.......ein geistig Band


Irgendwann in deinem Leben,
kommt der Punkt zum Überlegen,
wo du dich fragst:
was hat der Mensch
mir heut` zu geben;

wer dir wichtig ist
und zu dir steht,
oder ist es besser,
wenn du ihn vergißt?

Mit wem kannst
du träumen, reden, lachen,
ganz verrückte Sachen machen?

Ist es ein Freund:
dann halt ihn fest;

vertraust du ihm:
öffne dein Herz,
er teilt mit dir dann
Freud´ und Schmerz.

Denn Freundschaft ist ein geistig Band,
und hat ein Leben lang Bestand.

 

 

 

 

1 Kommentar 22.6.19 19:06, kommentieren

Die alte Eiche

Stolz und mächtig,
im Sommer blätterträchtig,
so steht sie dort,
mitten auf dem Dorfplatz
in unserem Dorf :
die alte Eiche,

knorriger Stamm,
dicke Äste,
fest verwurzelt
an diesem Ort,
Jahrzehnte lang;

so manches Unwetter
hat sie überstanden,
Stürmen getrotzt,
Blitze haben ihr
tiefe Wunden zugefügt,
unübersehbare Risse,

sie aber kann nichts
erschüttern,
sie zeigt immer ihr
schönstes Gesicht.


2 Kommentare 17.6.19 19:34, kommentieren

......was ist dann?

Wir Menschen
hasten, rennen, eilen,
an keinem Ort
wir lang` verweilen;
wir packen`s an
mit viel Elan,
verläßt uns mal die Kraft -
was ist dann?

Man hat schon viel erreicht,
doch will man immer mehr,
fällt`s einem manchmal
auch nicht leicht,
der Überfluß gefällt uns sehr;
doch wehe, man wird krank -
was ist dann?

Gern spielen alle mit dem Glück,
wie Kinder mit dem Ball,
doch leicht verrinnt es
Stück für Stück,
man kommt auf einmal
schnell zu Fall -
was ist dann?

Irgendwann schlägt dann
die Stunde,
da hilft kein Betteln oder Flehen,
ein "was ist dann?"
wird`s nicht mehr geben,
denn Arbeit was das ganze Leben.

 

 


2 Kommentare 12.6.19 18:22, kommentieren

T R A U M L A N D

Der hektische Tag endet,
lege mich zur Ruh`,
hoffe auf den
erholsamen Schlaf.

Träume warten schon,
wollen mich ins dunkle
Land der Illusionen
entführen.

Manche zeigen mir
die Geschehnisse des Tages,
andere möchten Antworten
auf ungeklärte Fragen,
einige lassen mich aufschrecken,
rauben mir die ersehnte
Nachtruhe,
weil sie schmerzhaft, traurig
oder bösartig sind,
viele aber sind Wegweiser
der Fantasie.

Sie berühren mich,
nur ihre Deutung ist mir fern,
weil die Mitteilung
in den Tiefen des Traumlandes
verborgen bleibt.

 

 

 

 

5 Kommentare 1.6.19 18:43, kommentieren

In einer anderen Welt

Ich spaziere durch den Wald,
genieße die Stille,
hin und wieder begleitet mich
das Rauschen der Blätter,
atme den Duft des frischen Grüns.

Plötzlich sehe ich dich,
nach vielen Jahrzehnten
kommst du mir entgegen,
möchte dir entgegenlaufen,
dich umarmen,
Erinnerungen austauschen,
doch deine Augen wandern
von einer Seite zur anderen,
sehen mich nicht,
blicken durch mich hindurch.

Deine Umwelt erkennst du nicht,
auch nicht mich,
dein Blick geht ins Unbekannte,
scheinen in einer anderen Welt zu sein,
nicht im Jetzt und Heute.

Ohne ein Wort
lasse ich dich vorbeigehen:
in deiner eigenen Welt weiterlaufen.

2 Kommentare 27.5.19 18:28, kommentieren

Frühlingstag

Warm und wolkenlos
ist der Tag,
der Himmel
von tiefem Blau,
der Wind trägt den Duft
der Apfelblüte,
auf dem klaren Wasser
des Sees,
spiegelt sich die Sonne,
die frische Brise,
versieht die Wellen
mit kleinen weißen
Schaumkrönchen,
einem sommerlichen
Gemälde gleich;

mit strahlendem Sonnenschein
beginnt der Tag,
und endet
im warmen Glanz
der untergehenden Sonne.

2 Kommentare 21.5.19 18:54, kommentieren

Die Frau mit dem Strohhut

Täglich fährt sie
Kilometer für Kilometer
mit dem Fahrrad
zum Bahnhof,
bei jedem Wetter:
die alte Dame mit dem
Strohhut.

Geht auf den Bahnsteig,
setzt sich auf die Bank
und wartet.

Züge fahren langsam ein
und schneller wieder hinaus,
immer im gleichen Zeittakt:
Menschengewühl, Stimmengewirr;
so dann und wann
hält ihr ein Reisender
die Zugtür auf,
aber sie steigt nicht ein,
bleibt sitzen,
lächelt nur
und winkt ab.

Sie ist nicht traurig,
nur allein,
lebt in der Erinnerung.

Bricht die Dämmerung herein,
steigt sie auf`s Rad
und fährt heim;
morgen wird sie wieder
auf der Bank sitzen
und warten:
Einmal muss er ja kommen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


2 Kommentare 18.5.19 18:31, kommentieren

Sehnsucht

Leise rauscht der Wind durch die Bäume. Still steht sie am offenen Fenster, atmet die süsse Frühlingsluft ein und lauscht dem Gezwitscher der Vögel. Dabei kreisen ihre Gedanken nur um ihn.
Obwohl sie schon seit einem viertel Jahrhundert in ehelicher Verbundenheit lebt, traf sie neulich Amor`s Pfeil wie aus heiterem Himmel. Sie konnte nichts dazu. Dunkle Augen hatten sie auf einmal verzaubert. Wie er so vor ihr stand: wie ein großer Junge und doch schon ein Mann in den besten Jahren. Was faszinierte sie so an diesem Menschen? Waren es seine treuen Dackelaugen, die sie ansahen? Durchdringend und ohne Widerspruch. Trotzdem zärtlich. Immer, wenn sie sich sahen, wollte ihr Herz aus den Angeln springen. Dieses geheimnisvolle Knistern lag bei jedem Treffen in der Luft. So, wie bei einem jungen Mädchen, dem die erste Liebe begegnet. Jede seiner Berührungen versetzte sie in nie dagewesene Erregung. Immer wieder sagte sie sich: es soll, es kann und es darf nicht sein.Nein und nochmals nein!
Tränen laufen über ihr Gesicht, wenn sie nur an ihn denkt. Er ist ihr so nah und doch so fern. Besonders die Wochenenden schmerzen sehr. Allein der Gedanke, dass er jetzt friedlich mit Frau und Kind auf dem Sofa sitzt, Nüsse knabbert und fernsieht, versetzt ihr einen Stich ins Herz. Aber ist es bei ihr anders? Auch sie hat einen liebevollen, treusorgenden Ehemann. Der alles für sie tut, damit sie glücklich ist. Wirklich alles? Kennt er ihre geheimen Wünsche und Sehnsüchte? Wahrscheinlich nicht. Oder doch, geht aber diskret darüber hinweg? Was soll sie nur tun? Der Traumwelt entfliehen? Alles Gewesene mit IHM vergessen? Sie sucht nach Antworten auf ihre Fragen. Aber sie findet keine, da kann auch die laue Maienluft nichts ändern.

 

 

 

 

2 Kommentare 15.5.19 19:54, kommentieren

Was wird sein ..........

 

Was wird sein,

wenn Gefühle erfrieren,

wenn Melodien

in kein Ohr mehr dringen,

nur noch Geld regiert;

was ergibt noch einen Sinn,

wenn die Menschheit

sich verringert,

welcher Weg ist da noch sinnvoll,

welche Freiheit da noch richtig,

wenn jeder alles gibt,

aber man uns alles nimmt,

ist das noch Leben?

4 Kommentare 11.5.19 19:00, kommentieren