Pally66 - Meine Gedichte.

gereimtes & ungereimtes
 
 

Frühlingstag

Warm und wolkenlos
ist der Tag,
der Himmel
von tiefem Blau,
der Wind trägt den Duft
der Apfelblüte,
auf dem klaren Wasser
des Sees,
spiegelt sich die Sonne,
die frische Brise,
versieht die Wellen
mit kleinen weißen
Schaumkrönchen,
einem sommerlichen
Gemälde gleich;

mit strahlendem Sonnenschein
beginnt der Tag,
und endet
im warmen Glanz
der untergehenden Sonne.

1 Kommentar 21.5.19 18:54, kommentieren

Die Frau mit dem Strohhut

Täglich fährt sie
Kilometer für Kilometer
mit dem Fahrrad
zum Bahnhof,
bei jedem Wetter:
die alte Dame mit dem
Strohhut.

Geht auf den Bahnsteig,
setzt sich auf die Bank
und wartet.

Züge fahren langsam ein
und schneller wieder hinaus,
immer im gleichen Zeittakt:
Menschengewühl, Stimmengewirr;
so dann und wann
hält ihr ein Reisender
die Zugtür auf,
aber sie steigt nicht ein,
bleibt sitzen,
lächelt nur
und winkt ab.

Sie ist nicht traurig,
nur allein,
lebt in der Erinnerung.

Bricht die Dämmerung herein,
steigt sie auf`s Rad
und fährt heim;
morgen wird sie wieder
auf der Bank sitzen
und warten:
Einmal muss er ja kommen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


1 Kommentar 18.5.19 18:31, kommentieren

Sehnsucht

Leise rauscht der Wind durch die Bäume. Still steht sie am offenen Fenster, atmet die süsse Frühlingsluft ein und lauscht dem Gezwitscher der Vögel. Dabei kreisen ihre Gedanken nur um ihn.
Obwohl sie schon seit einem viertel Jahrhundert in ehelicher Verbundenheit lebt, traf sie neulich Amor`s Pfeil wie aus heiterem Himmel. Sie konnte nichts dazu. Dunkle Augen hatten sie auf einmal verzaubert. Wie er so vor ihr stand: wie ein großer Junge und doch schon ein Mann in den besten Jahren. Was faszinierte sie so an diesem Menschen? Waren es seine treuen Dackelaugen, die sie ansahen? Durchdringend und ohne Widerspruch. Trotzdem zärtlich. Immer, wenn sie sich sahen, wollte ihr Herz aus den Angeln springen. Dieses geheimnisvolle Knistern lag bei jedem Treffen in der Luft. So, wie bei einem jungen Mädchen, dem die erste Liebe begegnet. Jede seiner Berührungen versetzte sie in nie dagewesene Erregung. Immer wieder sagte sie sich: es soll, es kann und es darf nicht sein.Nein und nochmals nein!
Tränen laufen über ihr Gesicht, wenn sie nur an ihn denkt. Er ist ihr so nah und doch so fern. Besonders die Wochenenden schmerzen sehr. Allein der Gedanke, dass er jetzt friedlich mit Frau und Kind auf dem Sofa sitzt, Nüsse knabbert und fernsieht, versetzt ihr einen Stich ins Herz. Aber ist es bei ihr anders? Auch sie hat einen liebevollen, treusorgenden Ehemann. Der alles für sie tut, damit sie glücklich ist. Wirklich alles? Kennt er ihre geheimen Wünsche und Sehnsüchte? Wahrscheinlich nicht. Oder doch, geht aber diskret darüber hinweg? Was soll sie nur tun? Der Traumwelt entfliehen? Alles Gewesene mit IHM vergessen? Sie sucht nach Antworten auf ihre Fragen. Aber sie findet keine, da kann auch die laue Maienluft nichts ändern.

 

 

 

 

1 Kommentar 15.5.19 19:54, kommentieren

Was wird sein ..........

 

Was wird sein,

wenn Gefühle erfrieren,

wenn Melodien

in kein Ohr mehr dringen,

nur noch Geld regiert;

was ergibt noch einen Sinn,

wenn die Menschheit

sich verringert,

welcher Weg ist da noch sinnvoll,

welche Freiheit da noch richtig,

wenn jeder alles gibt,

aber man uns alles nimmt,

ist das noch Leben?

3 Kommentare 11.5.19 19:00, kommentieren

.......... wie eine Seifenblase


Die erste große Liebe
ist wie eine Seifenblase:

groß und schillernd bunt,

man schwebt auf Wolke sieben,

so federleicht im Wind,

man kann sie nur genießen,

besitzen leider nicht,

will man für immer sie
dann halten,
sie wie ein Traum zerbricht.


1 Kommentar 4.5.19 18:58, kommentieren

..............die besondere Art


Freundschaft,
die besondere Art
von Liebe;

Umsicht,
eine bessere Gefährtin
als die Leidenschaft;

so wertvoll
wie eine Familie,

die uns in Notlagen
auffängt,
tröstet,
in unserem
Vorhaben bestärkt,
und uns zum Lachen bringt.


2 Kommentare 27.4.19 18:33, kommentieren

Der Eierkocher, das Frühstücksei und ich

- Eine kleine Episode -

Sonntagmorgen.
Gemütlich sitze ich am gedeckten Frühstückstisch. Duftende, frisch aufgebackene Brötchen,
Marmelade, etwas Aufschnitte, stehen zum Verzehr bereit. Auch der Kaffee wartet schon darauf, getrunken zu werden.
Es fehlt nur noch das Frühstücksei. Aber das brutzelt bereits im Eierkocher. Das Wasser sprudelt und gurgelt so vor sich hin und mittendrin mein braunes Hühnerei. Ein paar Minuten muss ich meinen Appetit wohl noch zügeln. Kann ja nicht mehr lange dauern. Geduldig warte ich.

Plötzlich verspüre ich einen heftigen Niesreiz in meiner Nase, der sich dann ein paar mal lautstark meiner entledigt. Zeitgleich hebt und senkt sich die Haube des Eierkochers. Sind da geheimnisvolle Mächte am Werk, schießt es mir durch den Kopf, oder ist es nur Zufall? Gebannt schaue ich auf den Kocher.Es dampft und brodelt. Vielleicht möchte das Ei nicht gegessen werden, und protestiert!? Oder will mir das Gerät selbst etwas mitteilen? Eine geheime Botschaft? Kann ich sie nur nicht deuten? Es kommt mir wie ein Zwiegespräch zwischen mir und dem Eierkocher vor. Kann es so was geben.........................?

Das Schrillen der Zeitschaltuhr reißt mich aus meinen, doch etwas abwegigen, Gedanken.
Mein Frühstücksei ist fertig und mundet vorzüglich.

 

2 Kommentare 23.4.19 20:21, kommentieren

Träumen ........


Blutrot versinkt die Sonne
am Lago Maggiore,
in der kleinen Taverne
am Strand,
ein Tisch,
gedeckt,
nur für uns zwei;
der Musikus spielt
ein Lied von Amore;
gedämpftes Licht,
Kerzenschein,
tausend Sterne schimmern
über uns
und der Mond in Sicht,
im Glase funkelt roter Wein,
geheimnisvolles Knistern
erfüllt den Raum.
Dann wach ich auf:

ES WAR NUR EIN TRAUM !

6 Kommentare 13.4.19 19:28, kommentieren

Auf der Bank

Zwei auf einer Bank ,
weißes Haar,
Fältchen eines
erfüllten Lebens
zieren die Gesichter.

Den Arm
liebevoll um sie gelegt,
sie schauen in die
untergehende Sonne,
genießen die letzten
warmen Sonnenstrahlen,
manchmal sehen
sie sich an,
reden kein Wort,
sie verstehen sich,
auch ohne Worte.

Kühler Wind
läßt den Abend erahnen;
er hilft ihr aufzustehen,
reicht ihr den Gehstock,
er trägt ihre Handtasche,
vertraut hängt sie sich
bei ihm ein.

Am Wegesrand
entdeckt er ein Blümchen,
pflückt es,
schenkt es ihr
mit den Worten:
Weißt du noch?

 

 

 

 

 

 


2 Kommentare 12.4.19 19:48, kommentieren

k ä m p f e n

 

Menschen kämpfen

immer um das

H e u t e ,

meistens,

um besser leben zu können;

oder um das

G e s t e r n ,

um es so zu haben,

wie es einmal war.

6 Kommentare 8.4.19 19:27, kommentieren

Der Fleck

Die Straße,
vom Regen naß,
glänzend,
nun kommt er wieder
zum Vorschein:
der große, unbekannte

F l e c k,

noch auffälliger
als vorher,
aber alle
vorbei eilenden Füße,
die rußgeschwängerten Winde,
überziehen ihn wieder
mit einem Schmutzfilm,
um ihn wieder
in der Straße
verschwinden zu lassen.

2 Kommentare 25.3.19 17:33, kommentieren

Düstere Stimmung

Ich schaue aus dem Fenster:

unter mir
die Welt schwarz,
dann dunkelblau,
dann grün;

der Morgen kriecht
langsam über Wiesen
und Felder;

Nebel,
fahl und weiß,
steigt empor;

ich spüre
leichten Sprühregen,
der heftiger wird,
prasselt auf meinen Kopf,
gnadenlos,
wie alte Sünden,
dicke Wassertropfen
laufen über mein Gesicht;

die Himmelstränen versiegen,
der Sonnenaufgang.................,

doch seine Schönheit
kann mich kaum aufmuntern.

 

 

 

3 Kommentare 20.3.19 18:56, kommentieren

Lesestunde

Ich war noch jung an Jahren,
vielleicht so um die vier,
im Lesen noch sehr unerfahren,
doch Oma schenkte mir ein Buch,
ein Buch ganz aus Papier.

Bunte Bilder zierten die Seiten,
wir beide träumten dann
von unendlichen Weiten,
auf jeder Seite: Buchstaben,
so schwarz wie die Nacht,
doch Oma hat`s nichts ausgemacht.

Geschichten, lustig und auch traurig,
manche richtig gruselig, schaurig,
sie las mir alles vor,
ich war begeistert
und ganz Ohr.

Es gab kein Tablet,
Siri oder Smartphon,
aus ihrem Munde schalt der Ton,
so angenehm und weich,
einem Engel gleich.

Oma lebt schon lang nicht mehr,
doch Bücher lieb ich um so mehr.

4 Kommentare 16.3.19 19:29, kommentieren

Leuchten


Gehst du fort,
umgibt mich Finsternis,

stehst du vor mir,
erhellt ein Sonnenstrahl
den Raum,

der helle Schein
auf deinem Antlitz,
ein Leuchten deiner Seele.

4 Kommentare 9.3.19 17:54, kommentieren

Frühling kommt auf leisen Sohlen


Hinter den Dächern
die blasse Wintersonne untergeht,
doch in den Gärten und Parks
der Frühling schon Einzug hält.

Bäume und Sträucher
entlang der Uferwege
knospend zum Leben erwachen,
Blätter entfalten sich zaghaft,
Vögel zwitschern schon laut,
wecken mich am Morgen
bei Tagesanbruch;
am Wegesrand
Osterglocken sprießen,
einige sind erblüht,
ihre trompetenförmigen
leuchtend gelben Blüten
scheinen Freude und Hoffnung
in die Welt
hinauszuposaunen.

Drinnen erhellt
das Kaminfeuer
den Raum,
während das Tageslicht
immer schwächer wird.

 

 

 

 

1 Kommentar 4.3.19 18:51, kommentieren

M o l l y

Im Hinterhaus, gegenüber unserer Wohnung, da wohnte sie: unsere Molly. Sie war eine betagte ältere Dame, nicht extravagant aber adrett gekleidet und meistens in dunklen Farbtönen. Das einzige, was an ihr auffiel, waren ihre schneeweißen Haare, zu Löckchen gedreht.
Molly, wir Kinder nannten sie so, weil sie eine nicht gerade schlanke Figur hatte, wohnte in der untersten Etage. Sie war nicht mehr so gut zu Fuß und das Treppensteigen fiel ihr sichtlich schwer. Traf man sie, hatte sie immer ein paar freundliche Worte. Manchmal huschte ein verschmitztes Lächeln über ihre Lippen und ihre Augen versprühten einen jugendlichen Glanz.
Uns Kindern schenkte sie so dann und wann einige Bonbons oder Schokolade. Hin und wieder auch ein paar selbstgebackene Kekse, die wir dann genußvoll verspeisten. Als Dank dafür , versuchten wir nach Möglichkeit leise zu spielen, was uns natürlich selten gelang. Aber Molly sah es gelassen; nahm es mit Humor. Mit einem Augenzwinkern meinte sie nur, dass die Nacht lang genug zum Schlafen wäre, da brauchte man den Tag nicht dazu. Leider teilten nicht alle Hausbewohner diese Ansicht.
Von Zeit zu Zeit saß Molly nur am Fenster, blickte gedankenverloren zu uns in den Hof und beobachtete unser spielerisches Treiben. Winkten wir ihr zu, winkte sie lächelnd zurück. Ihre gütigen Augen hatten trotzdem alles im Blick.
Fast jeden Mittag, wenn wir aus der Schule kamen, sahen wir Molly im Nebenhaus beim Treppefegen. Diese Treppe, bestehend aus drei Steinstufen, war das Einzige, was noch erhalten geblieben war, denn das übrige Gebäude war nur noch eine Ruine aus vergangenen Zeiten. Uns Kindern hatte man schon verboten, dort zu spielen, wegen der Einsturzgefahr. Obwohl es uns doch immer wieder reitzte, uns dort zu verstecken. Molly aber fegte behaarlich jeden Mittag diese Treppe. Warum sie das tat, war uns schleierhaft. Wir mochten auch nicht nachfragen. Stattdessen machten wir uns lustig über sie, neckten sie und trieben unsere Späße.
Später erfuhren wir, dass sich in diesem Haus, in dem Molly vor vielen Jahren als Hausmädchen gearbeitet hat, eine grausame Tragödie ereignet hat. Sie muß es wohl hautnah mit angesehen haben, sodass sie dieses Ereigniss nie so richtig verarbeiten konnte. Denn in ihren Gedanken war sie immer noch dort beschäftigt.
Eines Nachmittags, als wir wieder im Hof spielten und befürchteten, daß wir zu laut sein könnten, vermißten wir unseren einzigen Zuschauer. Erst am Abend hörten wir von den Eltern, dass die alte Dame heute morgen von einem Notarztwagen abgeholt wurde. Tränen stiegen uns in die Augen: unsere Molly - fort . Man munkelte, dass sie wohl nie wieder käme.
Tatsächlich sahen wir Molly nie wieder.

 

 

 


3 Kommentare 25.2.19 19:21, kommentieren

Zwischen Traum und Wirklichkeit

Dunkelheit umgibt mich.
Mir ist schwindelig;
wie auf einem Schiff
bei stürmischer See.
Der Mond malt
bewegte Bilder an die Wand.
Ich fühle mich beobachtet.

Schwarze Bestien,
gesichtslose Schatten,
die mit Krallen
nach mir greifen.
Feinde lauern
in allen Ecken,
die plötzlich aus
der Dunkelheit springen,
versuchen,
mich zu verschlingen.
Weiche aus,
schlage um mich.
Sie geben nicht auf.
Ich renne,
renne um mein Leben.

Die Verfolger verblassen.
Ich schlage die Augen auf:
Sonnenstrahlen zwängen
sich durch die Vorhänge.

 

 

 


1 Kommentar 22.2.19 19:30, kommentieren

Aus den Augen, aus dem Sinn

Sie sitzt mir gegenüber,
blondes Haar,
schlanke Figur,
das Blau des
selbstgestrickten Pullis
passt zur Farbe ihrer Augen.
Süß und intelligent sieht sie aus!

Ihr Blick schweift in die Runde,
sie taxiert die Mitfahrenden.
Sucht sie jemanden?
Oder beobachtet sie nur?
Was sie jetzt wohl denkt?

Ihr Blick senkt sich,
sie holt ein Buch aus der Tasche,
ein dickes,
die Hälfte der Buchseiten
hat sie schon gelesen;
sie vertieft sich in die Zeilen,
hin und wieder ein Schmunzeln,
manchmal blickt sie auf,
lauscht der Lautsprecheransage,
schenkt mir ein verstohlenes Lächeln,
schaut dann wieder ins Buch.

Wo sie wohl hinfährt?
Nach Hause?
Zum Rendevouz?
Wieviel Stationen wir
noch zusammen fahren werden?

Sie klappt das Buch zu,
läßt es wieder in ihrer
Tasche verschwinden.
Steht auf,
geht zur Tür.
Schade!
Meine Augen folgen ihr,
aber sie merkt es nicht.
Warum sollte sie.........
Bahn - Stopp .
Sie steigt aus,
und mit ihr meine Träume.

Ich aber fahre weiter,
bis zur Endstation.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



2 Kommentare 11.2.19 18:33, kommentieren

Ein Freund

Hellwach und glasklar
seine Augen,
Verschmitztheit blitzt
aus den Augenwinkeln,
blicken voller Neugier
in die Welt,
doch zahllose Spuren
in seinem Antlitz,
tief eingegraben
von Müh` und Leid,
sind beredter als Worte,
sprechen Bände,
werden eines Tages
vom Stolz besiegelt
in die Ewigkeit eingehen.

2 Kommentare 30.1.19 18:31, kommentieren

Tränen rinnen

 

T ränen

r innen,

ä ndern

n ichts,

e nden

n iemals.

 

2 Kommentare 20.1.19 11:44, kommentieren