Pally66 - Meine Gedichte.

gereimtes & ungereimtes
 
 

Ein Anruf

Sechs Uhr früh!
Das Haus liegt noch
in sanftem Schlummer,
dann dieser schrille Ton:
das Telefon!

Wer stört um diese
Zeit die Ruhe?
Ziehe die Bettdecke
über die Ohren;
wird schon aufgeben,
soll`s später noch
mal versuchen.

Im Halbschlaf
höre ich noch immer
wie es klingelt
und klingelt und klingelt.
Wer wagt es,
mich so eindringlich
mit diesem Geräusch
zu belästigen.....?

Ausdauer liegt in der Luft;
muß wohl doch was Eiliges,
Dringendes sein:
eine Absage....,
vielleicht eine Zustimmung....,
oder gar eine Einladung??
Will gerade aus dem
Bett hüpfen:
aufgelegt.
Gott sein Dank!
Der Anrufer gibt auf!
Denke i c h .
E r nicht.

Kurze Pause.
Bin wieder am
Einschlummern,
erneut dieser
durchdringende Klingelton,
hartnäckig,
wie eh und je.

Jetzt reicht`s!
Schwinge mich aus dem Bett,
eile hinunter,
außer Atem
greife ich nach dem Telefon.
Eine liebliche Stimme
säuselt mir dann ins Ohr:
" Tut mir leid,
falsch verbunden.
Ich wünsche noch einen
schönen Tag."

Wütend lege ich auf.
Wie kann ein Tag schön werden,
der schon so anfängt?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


3 Kommentare 13.10.18 11:16, kommentieren

W e n n



W enn die Welt heut` unterginge,

e ine Heimat gäb`s nicht mehr,

n irgends eine lebend Seele,

n ur noch Stille.........überall.

6 Kommentare 8.10.18 19:48, kommentieren

Vorherbstliche Gedanken

Kalter Wind flüstert
durch die Bäume,
noch breitet die Sonne
ihre leuchtenden Arme aus,
sie halten mich umschlungen.

---

Nach den Sonnen
kommen bald die Frostriesen,
die ihre kalten, weißen Mäntel
über das Land werfen,
erfrorene Bläter umfluten
dann die Stämme;
der Feind: die Kälte,
die leiser anschleicht als der Wind,
Schnee bedeckt zart den Waldboden,
Steine und Wurzeln liegen verborgen
unter der weißen Kruste,
sie warten auf den Sorglosen,
den Unachtsamen.

---

Langsam sinkt die Dämmerung herab......,
dunkler und dunkler wird es,
der wolkenlose Himmel
verwandelt sich vom Dunkelrot,
bis schließlich zu tiefem Schwarz.

 

 

 

 

 

 

 

 



3 Kommentare 2.10.18 19:52, kommentieren

heute, gestern, morgen

Ich baue auf die Zukunft,

der Blick schweift in die Ferne,

das Auge erreicht den Horizont,

wo sich der Morgen mit dem Gestern

trifft und auf das Heute wartet.

2 Kommentare 29.9.18 19:25, kommentieren

Weißt du noch ?

Die untergehende Abendsonne
spiegelte sich auf den Dächern,
die Arbeit des Tages:
vollbracht,
Augenpaare trafen sich,
zwei Fremde,
unter fernem Sternenhimmel,
der Rotwein funkelte im Glas,
Gitarrenklänge,
Meeresrauschen,
barfuß tanzten wir am Strand,
bis der Morgen nahte,
wir erlebten den Zauber einer Nacht.
Weißt du noch?

Wieder sitze ich
in der kleinen Taverne
am Strand,
der alte Fischer am Nebentisch:
er lächelt herüber,
so wie damals,
als wir uns begegneten,
doch dein Platz
bleibt heute leer.
Was ist nur mit uns geschehen.......?
Ich sehe hinaus auf`s Meer,
wo sich die schlanken Boote drehen,
beobachte das Spiel der Wellen,
spüre noch den heißen Sand,
der durch meine Finger rinnt.
Weißt du noch?

Sehnsucht schwingt im Sommerwind,
zurück bleibt die Erinnerung;
ein Jahr..........,
eine lange Zeit .........
in der aus Freunde, Fremde werden.

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

3 Kommentare 24.9.18 20:16, kommentieren

Ein Clown

Abend für Abend
steht er in der Manege,
unter gleißendem
Scheinwerferlicht,
geschminkt,
rote Nase,
karierte Jacke,
Pluderhose,
immer mit einem
Lächeln im Gesicht,
doch wie`s hinter
der Maske aussieht,
das sieht man nicht.

Hat er Kummer
oder Sorgen,
zeigen
darf er seine Traurigkeit,
seine Tränen nicht;
gut gelaunt und
fröhlich muss er sein,
so begeistert er
Groß und Klein.

Längst ist die Musik verklungen,
die Scheinwerfer erloschen,
das Kinderlachen verhallt,
zurück bleibt einsam und allein
der C l o w n .

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare 21.9.18 19:40, kommentieren

Vielleicht

Stundenlang
betrachtet er ihr Bild,
allein sein,
fällt ihm unsagbar schwer;
doch Trauer
will einfach nicht kommen,
vielleicht,
weil schon so viele Jahre
vergangen sind;
vielleicht,
weil sein letzter Brief an sie
voller Anschuldigungen und
Vorwürfe war,
vielleicht
sind es die Schuldgefühle,
die ihn belasten,
weil er ihr damals
nicht geholfen hat;
vielleicht
verspürt er auch keinen Schmerz,
weil sie ihm fremd geworden ist.
Vielleicht.

4 Kommentare 10.9.18 19:54, kommentieren

A m a n d a

 

Regentropfen fallen,
welch ein Graus,
plötzlich aus den Wolken `raus,
mitten auf die Veranda:
dort saß Amanda.

Amanda,
schlank und fein,
schlug über jetzt das linke Bein:
ihs bösen, bösen Tropfen,
hört endlich auf,
mich heut` zu foppen.

3 Kommentare 4.9.18 19:53, kommentieren

Der Mond


Mond,

so klar,

Nachtgebar,

rührt sich nicht,

steht still.

Silberkalt.

6 Kommentare 1.9.18 19:11, kommentieren

Erinnerungs - Spiel

Die Erinnerung...........,
sie spielte ihr einen Streich,
ein Hauch der Hoffnung,
zum Wind geworden,
und der Wind,
hatte ihr ihren Liebsten
wieder gebracht.


Sie schaut ihm nach,
lange........,
es war ihre Art,
ihn festzuhalten,
vielleicht die einzige,
die im Augenblick möglich war,
sie blickte zum Himmel,
unterdrückte die
aufsteigenden Tränen,
niemand sollte sehen,
wie sie sich fühlte,
gar vermuten,
wie sehr sie sich freute.

Dann brach sich sein
Spiegelbild auf der
Wasseroberfläche.

 


3 Kommentare 28.8.18 19:28, kommentieren

Der Ruf der Freiheit

Tagein, tagaus,
sitzt er dort,
allein,
im goldenen Käfig,
wird bewacht, behütet, verwöhnt,
manche Leckerei wird ihm zuteil,
er hat alles,
was man sich wünschen kann,
er ist das Vorzeige - Objekt,
aber er ist einsam;
ob er sich wohlfühlt,
danach fragt man nicht,
seine Wünsche, Sehnsüchte,
bleiben unerkannt.

Außerhalb seiner Behausung
toben Stürme,
werden Wortgefechte ausgetragen,
Intrigen geschmiedet,
Verschwörungen geplant,
hier und da
ein liebes Wort.
Was ist das für eine Welt?
Wie kann er dieser nur entfliehen,
dorthin,
wo es friedlicher zugeht.........

Irgendwann erhörte man
sein stummes Flehen:
das Tor öffnete sich
und er folgte
dem Ruf der Freiheit.

 

 

 

 

 

 


4 Kommentare 24.8.18 20:10, kommentieren

D u n k e l


Dunkelheit

sammelt sich

in jeder Ecke,

jedem Winkel,

steigt dann auf,

erfüllt den Raum,

Dämmerung ist vorüber,

die Nacht hat sich gesenkt.

5 Kommentare 20.8.18 20:18, kommentieren

Heimliche Tränen


Tränen,
die ich heimlich weine,
still und leise vor mich hin,
sagen dir auf meine Weise,
wie verliebt ich in dich bin.

Tränen
gehen auf die Reise,
sie gehen nur zu dir,
Tränen bitten dich ganz leise,
komm doch bald zurück zu mir.

4 Kommentare 14.8.18 19:31, kommentieren

Das Tal der Finsternis

Es ist passiert:
das Schicksal hat
erbarmungslos zugeschlagen,
und du,
erstarrt,
fassungslos,
hast alles mit angesehen,
konntest nichts tun,
nichts verhindern.

Das Ereignis hat dich verändert:
Ängste rauben dir den Schlaf,
Alpträume ergreifen von dir Besitz,
begleiten dich auf Schritt und Tritt,
es gibt kein entweichen,
kein entrinnen,
du kannst sie nicht abschütteln
wie Staubflusen von deiner Jacke,
sie sind wie dein zweites " Ich " ,
ziehen dich immer enger
in ihren Bann,
die unheimlichen Mächte
umschmeicheln dich,
immer intensiver,
ziehen dabei den Gürtel fester und fester,
bis dich die Schwärze der Nacht
ganz und gar umgibt.

Du lässt dich fallen,
tiefer und tiefer,
wie ein Sog
zieht das schwarze Loch dich hinab,
ins Tal der Finsternis;
dort wartest du auf den erlösenden
Quell des Lichts.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3 Kommentare 10.8.18 19:48, kommentieren

S O M M E R


Sommer,
es gab ihn in der Vergangenheit,

Sommer,
wir haben ihn jetzt,

Sommer
wird es auch in Zukunft geben,

dennoch,
jeder Sommer ist etwas Besonderes:
in jeder Altersstufe
begegnen wir ihm nur ein einziges Mal,
Eindrücke,
die wir mit ihm erleben
werden gespeichert,
die Erinnerung aufgefüllt,
an frostigen Wintertagen
öffnen wir unseren Gedächtnisspeicher,
schwelgen noch einmal
in den schönen Momenten der heißen Tage
und lauschigen Nächte,
fühlen noch einmal den lauen
Sommerwind auf unserer Haut,
hören wieder das Vogelgezwitscher,
das Summen der Bienen,
atmen den Duft von frisch gemähtem Gras,

Sommer,
ist Erinnerung des Lebens,
Hoffnung auf bessere Tage
und das Vertrauen auf einen
Sommer im nächsten Jahr.

4 Kommentare 6.8.18 20:24, kommentieren

Der Blick zurück


Die Jugend

voller Tatendrang und Energie,

bescherte uns manch

süße Köstlichkeit,

wir strahlten vor Glück,

wir wimmerten im Leid,

doch lächelnd denkt man

daran zurück.

Jugendsünden längst vorüber,

Silberhaar jetzt sichtbar wird,

erste Fältchen sich schon zeigen,

fühle Ruhe und Gelassenheit,

ab jetzt gehört man zu den Alten.



3 Kommentare 19.7.18 19:30, kommentieren

Das alte Haus

Abseits der Straße,
hinter hohen Bäumen versteckt,
fast unsichtbar
für die übrige Welt,
hab` ich es entdeckt;
verlassen und leer
steht es da,
Efeu rankt an der Fassade,
hüllt es langsam
in einen tiefen Schlaf,
die Fensterscheiben staubig
vom Schmutz der Zeit,
das Dach löcherig,
einst gingen Menschen
ein und aus,
jung und alt,
bunte Blumen blühten
im Garten,
gepflegt von Menschenhand,
Schmetterlinge tanzten
vor geputzten Fenstern,
Obstbäume zogen gefiederte
Gäste an,
dieses Haus hat schon
manches gesehen
und vieles erlebt,
jetzt ist es müde,
verfallen,
neigt sich zur Erde;
rüttelt der Wind
an Fenstern und Türen,
der Sturm das Haus umzingelt,
dann kann man
ein leises Ächzen
und Stöhnen hören;
läßt der Mond aber bei Nacht
sein fahles Licht
über das Haus streifen,
erwachen andere Mächte,
lassen es wieder im Glanze
früherer Zeiten erscheinen,
Sterne singen dann ein Lied
und lassen mich in die Welt
meiner Jugendträume eintauchen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



2 Kommentare 17.7.18 18:36, kommentieren

N U L L

Eine Null,
oval oder rund,
eine endlose Schleife,
ohne Anfang,
ohne Ende,
umrundet ständig
eine innere Leere,
im Prinzip bedeutungslos,
allein für sich
findet sie keine Beachtung,
addiert man sie zu
einer Zahl,
läßt sie diese unverändert,
hängt man sie aber
an eine andere Ziffer an,
verleiht sie dieser einen
hohen Wert.

2 Kommentare 13.7.18 17:59, kommentieren

Z w e i f e l

Früh am Morgen,
ich sitze im fast noch
menschenleeren Zug,
schaue aus dem Fenster,
gehe in Gedanken
noch einmal alle
Gesprächsthemen durch,
Unklarheiten,
dürfte es nicht geben,
plötzlich fragt mich eine
Stimme:
Bist du dir wirklich ganz sicher?
Ich schaue mich um,
niemand da,
doch der unsichtbare Fahrgast
spricht weiter;
du siehst mich nicht,
aber ich bin bei dir,
ich bin dein Zweifel,
ich werde dich ein Stück begleiten,
weil ich merke,
du stehst vor wichtigen Entscheidungen,
und das ist nun mal mein Spezialgebiet,
vielleicht könnte ich ein wenig
behilflich sein,
energisch protestiere ich,
was soll ich mit Zweifel?
ich brauche Gewissheit!
Der Unsichtbare bleibt hartnäckig:
ohne dem Einen
wird das Andere nicht gelingen,
bedenke:
Entscheidungen sollten nicht
in Eile getroffen werden,
sie müssen reifen,
Nachfragen, Abwägen,
Dinge hinterfragen,
Betrachtungen aus verschiedenen
Blickwinkeln,...
alles könnte ratsam sein.
Ich denke nach.........,
überlege...........,
aber wann weiß ich,
wie ich mich zu entscheiden habe?
Die Stimme schweigt
einen Moment,
dann flüstert sie mir zu:
wenn du mich nicht mehr hörst!

 

 

 

3 Kommentare 9.7.18 19:09, kommentieren

Der Weg ist weit ........


Wenn die Stadt zur Ruhe kommt,
Dunkelheit sich über die Dächer senkt,
alles in diffuses Licht taucht,
geh` ich einsam und allein,
durch leere Gassen,
leere Straßen,
ohne Freunde,
nur die Sterne sind meine Begleiter,
sie hören mein Seufzen,
sehen meine Tränen,
kennen mein Heimweh;
mein Herz geht dann auf große Reise,
dorthein,
wo ich geboren bin,
doch der Weg nach Haus` ist weit .........

4 Kommentare 3.7.18 18:46, kommentieren