Pally66 - Meine Gedichte.

gereimtes & ungereimtes
 
 

H e r b s t

Herbst!
Die Tage werden kürzer,
immer öfter hält sich
die Sonne versteckt,
nur hin und wieder
blickt sie verstohlen
durch die Wolkendecke,
Bäume werfen dann
lange Schatten;
bald halten
Regen, Wind und Kälte
Einkehr.

Um so gemütlicher
wird`s dann im Haus:
im Kamin knistern
die Holzscheite,
wohlige Wärme
breitet sich aus;
die Zeit des flackernden
Kerzenlichts bricht an,
dazu eine Tasse
mit dampfendem Tee,
vielleicht noch
ein interessantes Buch.

Gehüllt in eine Kuscheldecke
lässt man den Tag ausklingen,
einfach mal die Alltagshektik
draußen lassen.

 

 

 

 

12.11.19 18:42, kommentieren

Nebelgeister


Verabschiedet sich der Sommer,
bittet der Herbst um Einlass,
dann sind auch sie wieder da:
die Nebelgeister!

Lautlos schleichen sie sich an,
diese zarten Gesellen
in schmutzigem Weiß,
dicht gedrängt
wandern sie über`s Land,
legen sich wie
einen Schleierteppich
über die weite Ebene,
bis sie am Horizont
zu einer endlos
grauen Masse verschmelzen.

6.11.19 19:39, kommentieren

Einsamer Baum

Aufrecht und stolz,
so stehst du da,
allein auf weiter Flur,
manchem Sturm,
manchem Gewitter,
hast du unbeschadet
widerstanden.

Jedes Jahr auf`s neue
entfaltest du deine
Blätterkrone,
erst saftig grün,
dann rot und golden,
bis du im Winter
nur noch deine
kahlen, dunklen
Äste und Zweige zeigst.
In dieser Zeit
sammelst du Energie
für den Frühling.

Insekten und Vögeln
bietest du im Sommer
eine Unterkunft;

demjenigen,
der sich unter deine
ausladenden Zweige
verirrt,
spendest du kühlen
Schatten.

 

 

 

2.11.19 20:05, kommentieren

Regen befreit


Kurz und kräftig
prasselt er hernieder:
ein Regenguss.

Spüre die einzelnen
Regentropfen auf
meinem Gesicht.

Sie rinnen an meinen
Wangen hinunter,
weich und prickelnd
zugleich.

Ich wische sie fort,
und mir ist,
als wäre ein Teil
meiner Alltagslast
mit fortgespült worden.

Auf einmal fühle
ich mich
erleichtert,
befreit,
bereit,
für einen neuen Anfang.

 

 

 

 


30.10.19 17:21, kommentieren

Ein einziges Wort...

Ich laufe durch
menschenleere Strassen,
jeder Schritt von mir,
schwer wie Blei,
er führt mich immer
weiter fort von dir.

Denke an dich,
sehe dein Gesicht vor mir,
spüre deinen
zärtlichen Händedruck,

gestern noch so vertraut,
verträumt,
verliebt,
über Nacht
alles verändert.
Was ist mit uns geschehen?

Worte,
unbedacht gesagt,
ein Wort gab das andere,
musste das sein?

Du hast deine
Sachen gepackt,
bist einfach gegangen,
wortlos,
ohne ein Adieu,
ein Lebewohl,
ich blieb zurück,
stand da,
wie angewurzelt,
sprachlos,
hab` nichts getan,
nur zugeschaut,
konnte dich nicht aufhalten.

Tage, Wochen,
ziehen sinnlos
an mir vorüber,
kein Zeichen von dir,
als wärst du nie hier gewesen.
Waren denn all
die gemeinsamen Jahre
mit dir
nur ein Spiel,
ein schöner Traum,
oder hab` ich das alles
nur irgendwo gelesen?

Ein Wort hätte genügt,
ein einziges,
von dir,
von mir,
doch niemand tat
den ersten Schritt.

Jetzt ist es zu spät:
was bleibt,
ist Enttäuschung
und Einsamkeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

1 Kommentar 26.10.19 19:42, kommentieren

Traurigkeit


Traurigkeit
wohnt tief in mir,
sie schlummert
vor sich hin;
doch plötzlich,
unerwartet
ist sie da.

Quälende Gedanken
machen sich breit,
als Folge eines Scheiterns,
eine Reaktion,
auf ein unerwünschtes
Ereignis.

Ich kann mich nicht
vor ihnen schützen,
ich muss sie annehmen,
sie sind ein Teil von mir,
die sich nur versteckt halten.

Ich möchte sie einsperren,
verjagen,
verdrängen,
aber sie lassen sich
nicht einzwängen.

Traurigkeit versetzt mich
in eine Art Winterschlaf,
ich habe Zeit
zum Nachdenken,
konzentriere mich auf sie,
schaue ihr ins Gesicht.

Traurigkeit als Alarmsignal,
ich nehme es als
Herausforderung an,
für einen Neubeginn
in dieser Welt.

Also schließe ich die Augen,
horche in mich hinein,
wenn ich erwache,
wird sie fort sein,
und für mich
beginnt ein neuer Tag.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

21.10.19 20:19, kommentieren

Abendstille


Der Abend sinkt,
herbstliches Tageslicht
mit Dunkelheit getränkt,
dunkle Schatten der Häuser
umfangen mich schweigend,

hier und dort
spendet eine Straßenlaterne
diffuses Licht,
ein Brunnen sprudelt
in der Nähe,
übertönt das Geräusch
meiner Schritte,

das Licht in den
Fensterscheiben erlischt,
die Bewohner versinken
in einen gesegneten Schlaf.

Die Wolkendecke reißt auf,
der volle Mond gießt
sein ätherisches,
bläuliches Licht
über der Stadt aus.

Stille.

2 Kommentare 16.10.19 18:21, kommentieren

Vagabund der Straße


Ein Knabe
in den besten Jahren,
zieht`s hinaus
in Feld und Flur,
verweilen
nur in der Natur.

Fern von zu Haus,
dem kleinen Dorf,
dort,
wo jeder jeden kennt,
wird`s ihm auf Dauer
viel zu eng:
die weite Welt,
sie ruft nach ihm.

Heute hier
und morgen dort,
jeden Tag
am anderen Ort,
er hält an
wo`s ihm gefällt,
schläft unter`m
blauen Himmelszelt,
zählt die Sterne
in der Nacht,
der güldene Mond
hält treu die Wacht,
ach, wie schön ist
diese W e l t !

Morgenwind
weht um die Nase:
er ist ein Vagabund
der Straße.

 

 

 

 

2 Kommentare 12.10.19 19:27, kommentieren

Das verflixte Sauerkraut

...heute mal was zum Schmunzeln......



In der Hand den großen Teller,
läuft der Opa in den Keller,
wohlgelaunt, mit sehr viel Spaß,
steht er vor dem großen Faß:
Deckel auf und wie er schaut
auf das duftend frische Kraut.

Mit der Hand, dann eins, zwei, drei,
gibt`s `ne große Matscherei,
stopft den Bauch sich damit voll,
ach, wie schmeckt das heute toll.

Jo, da ist der Opa froh,
endlich kann er mal auf`s K......,
und geschwind dann wie ein Floh,
rennt er fort, oho, oho!


1 Kommentar 8.10.19 18:41, kommentieren

Fünf Minuten

Gönn` dir fünf Minuten......,

beunruhigende Botschaften
der Außenwelt
dringen an dein Ohr,
lassen dich aufhorchen,
erschrecken;

Vertrauen
zu dieser Welt
zu haben:
fällt schwer;

Mut schöpfen,
Zuversicht finden:
schwierig;

nimm dir Zeit,

innehalten in deinem Tun,
raus aus dem Trubel,
abschalten,
sich mit etwas Schönem,
etwas Gutem
beschäftigen,
in Gedanken
zu einem Ort
der Freude reisen,

diese Auszeit,
die nur dir allein gehört,
die turbulente Welt
um dich herum
für einen Augenblick
auszublenden,

nur für fünf Minuten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


3 Kommentare 5.10.19 18:21, kommentieren

Auf der Suche.....


Dunkelheit senkt sich
über der Stadt,
in den Strassen und Gassen
wird es still,
Fenster in den Häusern:
hell erleuchtet,
drinnen herrscht traute
Gemeinsamkeit,
aber ich
irre ziellos umher,
auf der Suche nach dir.

Seit du gegangen bist,
will mein Herz zerspringen,
vor Kummer,
vor Sehnsucht,

in jedem Schatten
seh` ich dein Gesicht,
noch immer gehs`t du
durch meine Träume,
wie ein Schleierregen,
umarmst mich
mit deiner Liebe.

Bald wird es hell,
aber ich treibe
immer noch rastlos
im großen Stadtgetriebe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


1 Kommentar 30.9.19 19:46, kommentieren

Erste große Liebe


Noch heute steht die dort:
die alte Bank,
zwischen hohen Bäumen,
immer noch am selben Ort.

Nach der Schule Last,
machten wir dort Rast,
tauschten Bildchen,
tranken Cola,
haben gescherzt
und viel gelacht,
manchmal sogar
Hausaufgaben gemacht.

Für Kino, Schwimmbad
und dergleichen
fehlte uns das Geld,
trotzdem spürten wir
die große weite Welt,
wir hatten ja uns,
mehr brauchten wir nicht.

Deine schwarzen Haare
glänzten im Sonnenlicht,
deine Locken
faszinierten mich;
aus Ästen hast du mir
Herzchen geschnitzt,
unsere Initialen
in die Bank geritzt,
unter dem Dach
der Himmelsbläue,
schworen wir uns ew`ge Treue.
Du warst mein große Liebe.

Komme ich heute
an der Bank vorbei,
halte ich kurz inne:
setz` mich drauf,
schließe die Augen,
sehe dich wieder vor mir,
spüre deine Nähe,
atme deinen Duft.

Bin allein
mit meinen Gedanken,
die auf eine Reise
in die Vergangenheit gehen,
nur begleitet
vom Gezwitscher einer Meise.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


1 Kommentar 23.9.19 18:58, kommentieren

Sommer - ade !

Verklungener Klang
des Sommers,
verstummtes Summen
der Insekten,
die Kraft der Sonne
schwächelt,
Zweige der Obstbäume,
entledigt von den Früchten
des Sommers,
Vorbereitung auf die
kahle Winterzeit.

Gehölze am Wegesrand
verwöhnen uns noch
mit ihrem Laub:
gelb - orange - und rot;
leuchtende Farbenpracht
allerorts,
etwas ganz Besonderes,
bevor es zu Boden schwebt
und unter unseren Füßen
raschelt.

3 Kommentare 18.9.19 18:01, kommentieren

......wie ein Blatt im Wind


Das Leben ist
wie ein Blatt im Wind:
flatterhaft;
zwischen all den anderen
grünen, frischen Blättern
schwingt es auf und ab,
tanzt im Reigen mit dem Wind,
trotzt Sturm und Regen
ein Leben lang.

Mit dem Herbst
tritt Ruhe ein,
er entzieht dem Blatt
die Kraft,
es wird grau und welk,
dem Herbstwind
kann es nur schwer widerstehen,
nur mit Mühe hält es sich
im Geäst,
bis der kalte Herbstwind
es endgültig zu Boden weht;
bleibt dort liegen
im ewigen Grab.

15.9.19 12:02, kommentieren

Tropfen, so weich wie Tränen

Sommerregen,
Tropfen, so weich wie Tränen
fallen auf ihr Gesicht,
Gitarrenklänge in der Ferne
streicheln ihr Gemüt,
Erinnerungen,
wie Splitter in ihrem Herzen,
ihre Seele in einem Meer
aus Hoffnungslosigkeit;

hoch oben im Baum
trällert eine Drossel
unbeschwert ihr Liedchen,
Zeuge des Geschehens
ist der klagende Wind,
der ständig ihre Namen seufzt,

einen Herzschlag lang,
sehen sie einander in die Augen:
seine Augen leuchten
wie das nächtliche Blau
des Meeres,
jeder versucht,
im Gesicht des anderen
eine Erinnerung an
das Gestern zu finden;
doch die Schatten bleiben,
sie bitten zum Tanz.

 

 

 

 

1 Kommentar 7.9.19 18:35, kommentieren

Kinderspiele

Früher spielte man mit Murmeln,
aus schillernd buntem Glas,
sie glänzten in der Sonne,
was war das für eine Wonne.

Sie kamen Edelsteinen gleich,
gewann man alle aus dem Pool,
war man erhaben
und auch reich.

Auch " Blinde Kuh "
war ein beliebtes Spiel,
man brauchte dafür
gar nicht viel:
mit einem Tuch
man band die Augen zu,
im Kreise sich drehen,
dann wieder steh`n,
den nächsten möglichst
schnell zu fangen,
war stets das große Ziel.

So dann und wann
kam auch Hinkelkasten dran:
man malte Kästchen
auf die Straße,
mal mit Kreide,
mal mit Stein ,
hüpfte dann auf einem Bein,
bis ins größte Kästchen rein,
war manchmal auch die Straße naß,
wir hatten unseren Spaß.

Es gab noch viele andere Spiele,
die heute längst vergessen sind,
dafür gibt`s jetzt Computer - Spiele,
mit wilder Schießerei,
und niemand denkt sich was dabei,
was damals einmal kindgerecht,
ist am PC nur noch brutal
und einfach schlecht.

 

 

 

 

 

 


1 Kommentar 2.9.19 19:57, kommentieren

Ein Augenblick der Stille

Wochen der Hitze sind vorüber,
die Luft beginnt nach Herbst zu duften,
Laub an den Bäumen verfärbt sich,
vom Fluß
kriecht der Morgendunst herauf,
ein Augenblick der Stille,
eins mit der Natur.

Die Strahlen
der aufgehenden Morgensonne
durchbrechen die Wolkenschlieren,
das bernsteinfarbene Licht
erscheint so alt,
als wollte es noch einmal allen zeigen,
wie gut es wärmen kann,
bevor es den ewigen Rivalen:
Nebel, Wind und Regen
weichen muß.

13.8.19 19:26, kommentieren

F A R B E N

Gehst du durch Feld und Flur,
mach` nur die Augen auf,
du siehst die Farben dieser Welt,
so schön ist die Natur.

Nicht immer ist sie bunt und hell,
manchmal grau und düster-schwarz,
das Leid, die Trauer und den Schmerz,
die Seele kann es sehen.

Drum mische sie mit meinen Farben,
die Hoffnungslosigkeit,
sie wird vergehen,
die Welt wird wieder bunt erstrahlen,
du wirst sehen.

2 Kommentare 8.8.19 18:38, kommentieren

Trägheit, Faulheit oder was??


Der Holzwurm knistert im Gebälk:
ich sollte es mal reparieren!
M o r g e n !

Im Garten, das Gras,
wächst höher als die Büsche:
Rasenmähen wäre angesagt!
M o r g e n !

Bücher stehen ungeordnet im Regal:
Aufräumen - kein schlechter
Gedanke!
M o r g e n !

Post stapelt sich auf dem Schreibtisch:
müsste beantwortet werden!
M o r g e n !

Alles zu seiner Zeit,
nur nicht h e u t e!

2 Kommentare 3.8.19 19:54, kommentieren

Schwalben

Heiße Winde rollen
wie Wellen über das Land,

Schwalben
drehen ihre Runden,

zeigen ihre
akrobatischen Flugkünste,

sie genießen
die glühende Hitze
der Mittagssonne,

über dem Teich
tanzen Mücken und Fliegen,
die wie eine Pestwolke
über dem dunklen
Wasser hängen,

für sie ein Festessen,

aufgeregt zwitschernd
fliegen sie hin und her,
um nach dem Essen
zufrieden und träumend
in den Dachtraufen zu verbringen:

und das für viele Stunden.


3 Kommentare 29.7.19 16:58, kommentieren